Was ist ein Logbuch?
Definition, Inhalt, Eintragsintervall und die rechtliche Lage in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Kroatien — bezogen auf die Sportschifffahrt.
Aktualisiert: August 2026
Von Florian KriescheENTWICKLER DER LOGBUCH-APP
Die Definition eines Logbuchs ist ein chronologisches Tagebuch in der Schifffahrt. Es sollte neben Uhrzeit, Positionsdaten und Kurs auch weitere Vorkommnisse — wie Wetterbeobachtungen, Reparaturen, Wartungsarbeiten am Schiff sowie Verbrauch von Ressourcen oder Wachwechsel der Crew — dokumentieren. Es wird auch Schiffstagebuch genannt.
Dieser Artikel befasst sich mit Logbüchern im Kontext der Sportschifffahrt, daher sind die Aussagen nicht für die Berufsschifffahrt anwendbar, da in der Berufsschifffahrt weiterführende Anforderungen an Seetagebücher gelten.
Was ist ein Seetagebuch?
Seetagebücher ist der Überbegriff für Bücher, in denen in der Seefahrt etwas aufgeschrieben und protokolliert wird. Also zum Beispiel ein Schiffstagebuch (auch Logbuch genannt), um das es in diesem Artikel geht, und auch weitere Nebenbücher wie das Maschinentagebuch, in dem Wartungsarbeiten und Zustand des Motors dokumentiert werden. Nicht zu verwechseln mit dem Manöverbuch (im Englischen „Bell Book“ genannt, als früher die Befehle von der Brücke in den Maschinenraum mit Glockenschlägen übertragen wurden), in dem der Betriebszustand des Motors (Aus, aktuelle Drehzahl, Vorwärts, Rückwärts) protokolliert wird. Ein weiteres Seetagebuch ist das Peilbuch (im Englischen „Sounding Book“), in dem nicht — wie der deutsche Name vermuten lässt — Peilungen zu Referenzpunkten eingetragen werden; das Wort kommt hier aus dem Niederdeutschen und bedeutet pegeln. Es wird also dokumentiert, wie viel Wasser in der Bilge steht oder wie der Pegel (Füllstand) in Treibstofftank, Frischwassertank etc. ist. In der Sportschifffahrt ist es üblich, nur ein Logbuch zu führen und darin alle Vorkommnisse zu schreiben, ohne Nebenbücher.
Was genau schreibt man in ein Logbuch?
Das Logbuch wird nach Tagen sortiert, mit einem neuen Tag beginnt auch eine neue Seite. Der Tageswechsel findet Mitternacht nach der Bordzeit statt, oder auch in seltenen Fällen mittags, wenn das Logbuch von Etmal zu Etmal geführt wird. Tage, an denen man keine Fahrt unternommen hat, können ausgelassen werden. An einem Tag mit Fahrt gibt es mehrere Einträge.
Jeder Eintrag sollte folgende Informationen enthalten:
- Uhrzeit
- Position (Längengrad und Breitengrad)
- Aktueller Kurs (Kurs über Grund und Kurs durchs Wasser)
- Aktuelle Geschwindigkeit (Fahrt über Grund und Fahrt durchs Wasser)
- Windrichtung
- Windgeschwindigkeit
- Seegang bzw. Wellenhöhe
- Bewölkung
- Luftdruck
- Lufttemperatur
- Wassertemperatur
- Wassertiefe
- Generelle Wetterbeschreibung (klar, Nebel, Schnee, Regen etc.)
- Betriebsart (z. B. Motor oder Segel mit der dazugehörigen Segelstellung)
- Ressourcen (Tankinhalte für Treibstoff, Frischwasser etc.)
Wie oft erstellt man Einträge in einem Logbuch?
Die Anzahl der Einträge in einem Logbuch hängt davon ab, wie viel passiert. Wenn die Fahrt ohne besondere Vorkommnisse verläuft, sollte man als Richtwert einen Eintrag jede Stunde in das Logbuch schreiben. In ereignisreichen Situationen, z. B. bei Schlechtwetter oder Manövrierbehinderung, deutlich mehr.
Welche Regeln gelten für ein Logbuch in Deutschland?
Für Sportboote unter deutscher Flagge, die unter 15 m lang sind, besteht keine Pflicht, ein Logbuch zu führen. Im Gegensatz dazu müssen Sportboote über 15 m Länge — also eintragungspflichtige Schiffe — ein Logbuch führen gemäß Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) Anlage 1 (zu § 5) B II Absatz 8Quelle. Die rechtliche Lage in Deutschland ist auf einer eigenen Seite genauer beschrieben. Auch wenn Schiffe unter 15 m gesetzlich kein Logbuch führen müssten: Es gehört zu guter Seemannschaft, ein Logbuch trotzdem zu führen!
Welche Regeln gelten für ein Logbuch in Österreich?
Für ein Sportboot, das unter österreichischer Flagge zur See fährt, gibt es keine Verpflichtung, ein Logbuch überhaupt zu führen. Denn Sportboote sind von der Pflicht, ein Logbuch zu führen, ausgeschlossen in der Seeschifffahrts-Verordnung § 169 Teil JQuelle. Ein Sportboot ist in Österreich nach Seeschifffahrtsgesetz § 2 Absatz 5Quelle eine Jacht mit einer Länge von weniger als 24 m und einer Bruttoraumzahl (BRZ) von weniger als 300. Die BRZ ist vereinfacht das Volumen der geschlossenen Schiffsräume, und eine BRZ von 300 wird bei einer üblichen Sportboot-Segelyacht unter 24 m nicht annähernd erreicht. Unabhängig davon gehört es auch in Österreich natürlich zu guter Seemannschaft, trotzdem ein Logbuch zu führen!
Welche Regeln gelten für ein Logbuch in der Schweiz?
Für ein Sportboot, das unter Schweizer Flagge zur See fährt, gilt — im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich — eine Pflicht, ein Logbuch zu führen. Dies ist geregelt vom Schweizerischen Seeschifffahrtsamt (SSA) in der Jachtenverordnung SR 747.321.7 im Artikel 20 Absatz 2Quelle und gilt für alle Sportboote unabhängig von der Größe.
Welche Regeln gelten für ein Logbuch in Kroatien?
Da viele Deutsche, Österreicher und Schweizer in Kroatien chartern und in Kroatien nur Boote unter kroatischer Flagge verchartert werden dürfen, hier noch die Regelung für ein Sportboot unter kroatischer Flagge: Ein Sportboot in Kroatien, das weniger als 24 m lang ist, muss kein Logbuch führen. Erst Yachten über 24 m Länge sind nach der Verordnung über die Sicherheit der Schifffahrt Artikel 79 („Članak 79“ im Dokument) verpflichtet, ein Logbuch („brodskog dnevnika“ auf Kroatisch) zu führen. Unabhängig davon gehört es natürlich immer zu guter Seemannschaft, trotzdem ein Logbuch zu führen!
Darf man ein Logbuch digital führen?
Ja! In Deutschland, Österreich oder in der Schweiz gibt es keine gesetzliche Regelung zur Form, in der das Logbuch der Sportschifffahrt zu führen ist. Also weder, ob es DIN-A4-Format sein muss, noch welche Spalten es haben muss, oder ob es elektronisch geführt wird. Wenn du willst, kannst du mein digitales Logbuch gerne mal unverbindlich ausprobieren.
Zusammenfassung
Ein Logbuch — auch Schiffstagebuch genannt — ist das chronologische Tagebuch eines Schiffes und gehört zur Familie der Seetagebücher, zu der in der Berufsschifffahrt auch Nebenbücher wie Maschinentagebuch, Manöverbuch und Peilbuch zählen. In der Sportschifffahrt genügt ein einziges Logbuch für alle Vorkommnisse.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Inhalt je Eintrag: Uhrzeit, Position, Kurs und Fahrt (über Grund und durchs Wasser), Wind, Seegang, Bewölkung, Luftdruck, Luft- und Wassertemperatur, Wassertiefe, Wetterlage, Betriebsart und Ressourcen.
- Aufbau: pro Tag eine neue Seite, Tageswechsel um Mitternacht Bordzeit (selten von Etmal zu Etmal), Tage ohne Fahrt dürfen entfallen.
- Intervall: als Richtwert ein Eintrag pro Stunde, bei Schlechtwetter oder Manövrierbehinderung deutlich häufiger.
- Deutschland: Pflicht erst ab 15 m Länge (SchSV), darunter freiwillig.
- Österreich: keine Logbuchpflicht für Sportboote (unter 24 m und BRZ 300).
- Schweiz: Logbuchpflicht für alle Jachten, unabhängig von der Größe.
- Kroatien: Pflicht erst für Yachten über 24 m Länge.
- Form: digital ist erlaubt — es gibt keine Formvorschrift für die Sportschifffahrt.
Und unabhängig von jeder Vorschrift gilt: Ein sauber geführtes Logbuch gehört zu guter Seemannschaft — es hilft bei Navigation, Wartung, Versicherungsfragen und ist später die schönste Erinnerung an deine Törns.